Faszinierend: Michael Schulte beim 4. Open Air in Giengen

18. Juni, 18:30 Uhr, Sommersonnenwetter ... Die Eingänge zum Kirchplatz in Giengen öffnen, erste Konzertbesucher*innen strömen auf den Kirchplatz – und gleich zu den Ständen im Hintergrund, um sich mit kühlen Getränken einzudecken. 45 Minuten später stehen RadioTon-Moderator Max Peter und der OB auf der Bühne. „Michael Schulte Open Air 26 auf dem Kirchplatz ... Wie ist die Stimmung?“ Vorfreudig, klasse war sie, angesichts des besonderen Abends und der vielen Menschen auf dem Platz.

Auf einer Bühne spielt eine Band, davor stehen eingie Menschen.

Besonderes Highlight zu Beginn: Die Sonne sorgte für zusätzliche Hitze auf der Bühne.

„Ausverkauft“, hatte die Stadt im Mai gemeldet. „Das Open Air zählt zu den Ereignissen, die uns als Stadtgesellschaft verbinden“, kommentierte OB Dieter Henle. „Wir setzen uns für den Innenstadthandel ein und genießen das Ergebnis gemeinsam!“ Schon morgens ab 6 Uhr seien viele Helfende im Einsatz gewesen, um den Kirchplatz zur Konzertarena zu machen. „Und das bei dieser Hitze – vielen Dank fürs Anpacken, fürs Schuften und dafür einen dicken Applaus“, rief der Oberbürgermeister.

Der folgte prompt, wie sehr oft beim 4. Open Air in Giengen! Wer Michael Schulte, den sympathischen Norddeutschen kennt, weiß, dass sich in seinen Songs Rhythmen und Gefühl perfekt ergänzen. In den Balladen ist viel Persönliches zu finden, unter anderem die Liebe zu seiner Familie – für ihn das Wichtigste im Leben. Trotzdem driftet der Abend nie ins Schwere ab; der Künstler beherrscht die Balance von Aussage und Unterhaltung perfekt. Sicher ein Grund, warum er die 1.500 Menschen auf dem Kirchplatz an diesem Sommerabend so erreichte ...

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Stimmung pur auf dem Kirchplatz ... Es war ein faszinierender Abend!

Zum Start gab es „5AM“ vom neuen Album und nach einem großen Konfettiregen den Titelsong „Beautiful reason“. Die Begrüßung folgte direkt danach in bester Stimmung: „Mein Name ist Michael Schulte, auch wenn ich nicht aussehe wie Michael Schulte“, spielte er auf seine aktuell ziemlich kurzen Locken (und seinen Friseur) an. „Aber ich bin’s ... Wir freuen uns, dass ihr hier seid!“ Gemeinsam mit seiner Band spielt er leidenschaftlich gerne Konzerte und baut dabei viel Nähe zum Publikum auf. Singen – gerne auch in zwei Gruppen, springen und: „Wir brauchen einmal alle Hände oben“ ... Und bei „Waterfall“ stand außer Tanzsound Hochspringen aus der Hocke auf dem Programm.

Die Aufforderung zum Mitmachen kam gut an. Die Hauptsache aber blieb die Musik: „Half of my heart“ war dabei, bei „Broken Sunshine“ bewegten sich die Oberkörper ganz von selbst. Einlagen am – wie es aussah, seit Langem geliebten – Klavier brachten besondere Impulse: etwa beim Song „Remember me“, geschrieben für seine 5- und 7-jährigen Söhne. Es bot eine schöne Ergänzung zu den klassischen Bandinstrumenten und bewies Michael Schultes Liebe zur Akustik. Der Singer-Songwriter selbst konzentrierte sich mal aufs Singen, dann wieder griff er zur Gitarre.

Zwei Männer stehen nebeneinander und halten gemeinsam ein aufgeschlagenes Buch.

Zeichnung eines Mannes mit Locken, auf der unter anderem steht "Michael Schulte - beim 4. Open Air in Giengen am 18. Juni 2026.

Zwischendurch ein Autogramm – wie hier beim Eintrag ins Goldene Buch: Michael Schulte und seine Band machten alles möglich.

Noch zweimal flogen bunte Konfetti auf den Platz, am Ende dann festlich lange, weiße Bänder. Dass Michael Schulte, wie Henle betont hatte, trotz Flic-Flac auf der Bühne und viel Erfolg den Bodenkontakt behalten hat, machten seine Gespräche mit den Fans deutlich – auch mit denen auf dem Balkon links von der Bühne. „Habt ihr Tickets fürs Konzert oder hat man euch bezahlt?“ fragte er und erinnerte sich an Zeiten als Straßenmusiker, in denen er wegen Ruhestörung vereinzelt „ziemlich Ärger mit dem Ordnungsamt“ hatte. Bei den frühen Konzerten seien oft nur 20 Leute gewesen, es kamen Sätze wie: „Das wird eh nichts mit dir!“

Vor einem großen Gebäude steht eine Bühne, vor der wiederum viele Menschen stehen. In der Luft fliegen viele bunte Papierschnipsel.

Es wurde doch ... Seit einem 4. Platz beim ESC 2018 legt Michael Schulte eine Top-Karriere hin. Wie berechtigt das ist, bewies auch das 4. Open Air in Giengen. Als er gegen Ende des Abends das seinem früh verstorbenen Vater gewidmete „You Let Me Walk Alone“ präsentierte, berührte das sehr: Der Künstler stand in einem einzelnen Lichtkegel, ganz für sich. Zum Schluss gab es dann Schulte pur – einen Mann mit seiner Gitarre, „zum Runterkommen“, wie er sagte. Begeisterter Applaus folgte, viele glückliche Gesichter konnte man sehen – es war ein faszinierender Abend.

Mehrere Menschen, teilweise in Rollstühlen, stehen neben- und hintereinander. Ein Mann kniet neben einer Frau im Rollstuhl.

Nach dem Konzert: eine besonders schöne Erinnerung für die Konzertgäste der Lebenshilfe
Fotos: Stadt Giengen / Rudi Penk

Videos

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Viel Gefühl beim ESC-Erfolg „You Let Me Walk Alone“ – seinem früh verstorbenen Vater gewidmet.

„Waterfall“ ... Mit den Konfetti ging’s aus der Hocke nach oben!

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