Gesundheitsversorgung vernetzen: das Gesundheitszentrum Giengen
Wie kann die Gesundheitsversorgung in Giengen verlässlich, wohnortnah und zukunftsfähig gestaltet werden? Mit dieser Frage befasste sich die Fachkonferenz „Vernetzte Versorgung und Perspektive Gesundheitszentrum Giengen“ am 08.07.2026 im Bürgerhaus Schranne. Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Therapie, Pflege, Verwaltung und Wirtschaft trafen sich dort auf Einladung der Stadt, um aktuelle Herausforderungen, Bedarfe und mögliche Formen der Zusammenarbeit in der örtlichen Gesundheitsversorgung zu diskutieren.
Das Ziel sind verlässliche Versorgungsstrukturen: zentral erreichbar und für alle Beteiligten – Patient*innen wie Gesundheitsanbietende – attraktiv. Im Raum steht die Überlegung eines Gesundheitszentrums: „ein ganzheitliches Angebot, das Medizin, ambulante Pflege und Prävention vernetzt und unter einem Dach bündelt“, wie es OB Dieter Henle in seiner Begrüßung formulierte. Es folgten fachliche Impulse, danach diskutierte das Fachpublikum in Arbeitsgruppen unterschiedliche Perspektiven, Kooperationsmöglichkeiten und deren tragfähige Gestaltung.
Zu Beginn beleuchtete Gesundheitsmanager Günther Schmidt die erfolgreiche Strategie der Stadt Giengen zur Ansiedlung medizinischer und therapeutischer Praxen. Ein bedarfsgerechtes Gesundheitszentrum sei die konsequente Weiterentwicklung, „dafür sprechen auch die Ergebnisse aus der Online-Befragung der Giengener Stadtgesellschaft zur Gesundheitsversorgung.“ Dr. Dorothee Thierer-Graß vom Gesundheitsamt stellte den Masterplan Gesundheit des Landkreises Heidenheim vor und benannte die konkreten Versorgungslücken in Giengen und der Region. Dr. Susanne Bublitz vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband Baden-Württemberg sprach über das Programm „HÄPPI“, das sich mit Primärversorgungszentren zur Stärkung der Gesundheitsvorsorge vor Ort befasst. Patrick Eitel, Head of Digital Solutions der Paul Hartmann AG, präsentierte technische Innovationen des Unternehmens zur Entlastung im Gesundheitswesen. Zum Abschluss warb Ingo Jakschies von gesunddenken.de um einen ganzheitlichen Blick auf Gesundheit (Medizin, Pflege und Soziales) und forderte die Beteiligten zum couragierten Handeln auf.
Diskussionen und Gespräche in den Arbeitsgruppen vertieften die Impulse und bezogen sie auf die Situation in Giengen. Im Fokus standen aktuelle und künftige Versorgungsbedarfe, strukturelle Herausforderungen und die Frage, an welchen Stellen engere Zusammenarbeit und bessere Abstimmung der Akteure per Gesundheitszentrum einen konkreten Mehrwert schaffen können. Als wesentlich erwies sich der Beitrag von Kathrin Werner, die zentrale Inhalte, Diskussionen und Zusammenhänge während der Konferenz live per Graphic Recording dokumentierte. Ihre Illustration zeigt, wie sich der Weg zum Gesundheitszentrum mit vielen Wegbegleiter*innen ebnen lässt – selbst über Hindernisse hinweg.
Fazit: Für die Weiterentwicklung einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung in Giengen kommt es auf die enge Zusammenarbeit der Partner*innen an. Alle Beteiligten sahen ein Gesundheitszentrum auf dem innenstadtnahen Grundstück in der Ehbachstraße als sehr gute Voraussetzung. Medizinische, therapeutische, präventive und soziale Angebote sollen dort stark vernetzt und neue Kooperationsformen angestoßen werden.
„Kann das gelingen?“, fragte Moderatorin Dorothee Raspel von der Wirkungsschmiede am Ende die Teilnehmenden und OB Dieter Henle. „Ich bin davon überzeugt“, erklärte er. „Im Oktober wollen wir die bis dahin bekannten Ergebnisse mit dem Gemeinderat diskutieren. Unser Ziel ist ein Baubeginn 2028. Das Gesundheitszentrum Giengen realisiert vernetzte Strukturen und Vorteile für alle!“
Die Fachkonferenz bildete einen weiteren Baustein im Prozess zur Weiterentwicklung der gesundheitlichen Versorgung in Giengen. Die Erkenntnisse daraus werden nun ausgewertet und in Handlungsempfehlungen übersetzt. Vorangegangen war die erwähnte Online-Befragung der Bevölkerung zur Ist-Situation der Versorgung sowie zu Bedarfen und Wünschen bezogen auf ein potenzielles Gesundheitszentrum.
Die Veranstaltung wurde unterstützt durch die PAUL HARTMANN AG.
Teamgeist im Gesundheitswesen: Das Gesundheitszentrum Giengen realisiert vernetzte Strukturen und Vorteile für alle (Illustration: Kathrin Werner; https://www.kathrinwerner.de).
Dr. Susanne Bublitz (Hausärztinnen- und Hausärzteverband Baden-Württemberg) formulierte bisherige Grenzen und mögliche Chancen der medizinischen Versorgung vor Ort.
Patrick Eitel (Paul Hartmann AG) sprach über digitale Lösungsansätze im örtlichen Gesundheitswesen.
Ziele, Strukturen, Wünsche, Möglichkeiten: Wie kommt die Gesundheit in Giengen unter ein Dach?
In den Arbeitsgruppen brachten die versammelten Akteur*innen ihre Expertise ein.
Kathrin Werner erläuterte am Ende Aspekte ihrer Illustration.