Burgberg

Burgberg liegt malerisch eingebettet im Tal der Hürbe und war lange Zeit der einzige rein katholische Ort der Umgebung. 2009 beging Burgberg – im Jahr 1209 erstmals urkundlich erwähnt – mit einem Festakt und mehreren Veranstaltungen sein 800-jähriges Jubiläum.

Die Pflege von Sport und Kultur hat hier seit eh und je einen besonderen Stellenwert. Mit Fördermitteln der EU, des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Giengen hat der Historische Mühlenverein Burgberg e. V. die Alte Mühle von 1344 umfassend, weitgehend in Eigenleistung und mit eigenen finanziellen Mitteln saniert. Unvergesslich, wenn sich das stattliche Mühlrad zu drehen beginnt, um Funktionsweise und Mahlgang einer altdeutschen Mühle darzustellen ... In die Ära alter Handwerkstradition fühlt man sich auch bei Führungen durch das zur Schaumühle mit Museum umgestaltete Baudenkmal versetzt. In den liebevoll eingerichteten Räumlichkeiten finden sich interessante Ausstellungsstücke zum Leben und Arbeiten in vergangenen Zeiten. Als Krönung lockt ein gastronomisches Erlebnis – der frisch restaurierte Historische Mühlenstadel, direkt neben der Alten Mühle. Hier werden Besucher*innen mit Kunst und Kultur, schwäbischer Gastlichkeit und kulinarischen Genüssen in historischem Ambiente verwöhnt.

Am nördlichen Ortsausgang, am Fuße des Stettbergs, weihten die Burgberger*innen im Sommer 2011 eine in traumhafter Landschaft gelegene Freizeit- und Naherholungsanlage ein. Die Stadt Giengen, Mitglieder und Helfer*innen der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins sowie die Dorfgemeinschaft Burgberg e. V. hatten sich für die Anlage eingesetzt. Ehrenamtliches Engagement, Fördermittel der EU im Programm LEADER sowie Spenden von Bürgerschaft, Gewerbe und Stiftungen ermöglichten die Realisierung. Im idyllischen Umfeld von saftigen Wiesen, am plätscherndem Hürbebach und vor dem steil aufragenden Stettberg gelegen, lädt die reizvolle Anlage zum Erholen und Entspannen ein. Insbesondere Familien mit Kindern finden viel Abwechslung bei den zahlreichen Angeboten zur Freizeitgestaltung.

2022 begann ein Nachdenken über das im Zuge der Gemeindereform initiierte „Widerstandsviertel“ in Burgberg zu Ehren von Widerstandskämpfern im Dritten Reich. Der Grund: Drei Straßen – Möldersweg, Udetweg und Rommelstraße – ehren Personen, deren damalige Rolle heute umstritten ist. Es folgte eine Anliegerversammlung (PDF) unter Beteiligung von Historikern, mit reger Diskussion. Am Ende fiel die Entscheidung, die Namen beizubehalten, aber den Zweifel zu dokumentieren. Der Künstler Rainer Jooss entwickelte dafür „schwankende Straßenschilder“: als „minimalinvasiven Eingriff“, der Betrachter*innen zum Nachdenken und zur eigenen Meinungsbildung anregt. Ein QR-Code an den Schildern verweist auf Unterlagen zum jeweiligen Namensträger. Die Broschüre Straßennamen in Burgberg (PDF) stellt das „Widerstandsviertel“, den Gestaltungsbeitrag des Künstlers und die Beschlusslage des Gemeinderates vor.