Lebenslage

Radioaktivität

Strahlenpegel um die Kraftwerksstandorte und in den vier Regierungsbezirken

Unter Radioaktivität wird die Eigenschaft instabiler Atomkerne verstanden, spontan den Zustand (Masse, Kernladung, Energiezustand) zu verändern. Dabei wird hochenergetische, ionisierende Strahlung ausgesendet.

Radioaktive Stoffe wie das Edelgas Radon-222, Uran oder Kalium-40 kommen in der Natur in bestimmten Gesteinen und in Böden vor. Andere radioaktive Stoffe wie beispielsweise Kohlenstoff-14 oder Tritium entstehen durch Wechselwirkung von Atomkernen in der Atmosphäre mit kosmischer Strahlung. Radioaktive Stoffe entstehen aber auch bei der Kernspaltung in Kernkraftwerken oder werden für Anwendungen in der Medizin, der Technik und der Forschung in Reaktoren oder Beschleunigern erzeugt. 

Zur Strahlenbelastung des Menschen tragen entscheidend bei:

  • ionisierende Strahlung aus natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen und
  • die medizinische Anwendung ionisierender Strahlung, vor allem beim Röntgen

Die jährliche natürliche Strahlenbelastung einer Person in Deutschland beträgt durchschnittlich 2,1 Millisievert (effektive Dosis). Je nach Wohnort, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten reicht sie von etwa einem bis zu zehn Millisievert. Die mittlere Strahlenbelastung aus der medizinischen Anwendung ionisierender Strahlung beträgt in Deutschland etwa 1,9 Millisievert pro Jahr.

Zur zivilisatorisch verursachten Strahlenbelastung tragen auch bei:

  • Flugreisen,
  • der Betrieb der Kernkraftwerke,
  • der Fallout von Kernwaffentests und
  • der Reaktorunfall von Tschernobyl.

Mit insgesamt weniger als 0,05 Millisievert pro Jahr sind diese Strahlendosen aber vergleichsweise gering. 

Wenn Sie Fragen zum Strahlenschutz im Bereich der Medizin und der Industrie haben, können Sie sich an das für Sie zuständige Regierungspräsidium wenden. 

Kernenergie 

In Baden-Württemberg werden nur noch die beiden Kernkraftwerke Philippsburg 2 und Neckarwestheim II zur Stromerzeugung betrieben. Sie müssen nach den Festlegungen des gültigen Atomgesetzes spätestens am 31.12.2019 beziehungsweise am 31.12.2022 vom Netz genommen werden. 

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft überwacht die Sicherheit der Kernkraftwerke in Baden-Württemberg.

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