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Preis der Präsidenten für deutsch-italienische kommunale Zusammenarbeit


So heißt er offiziell – der Preis, der Giengens Städtepartnerschaft mit San Michele di Ganzaria zusätzliche Bedeutung bringt... Bei der EU-Konferenz „ResiliEurope“ von 1. bis 3. Juli 2021 in Cagliari auf Sardinien hatten Bürgermeister Dott. Giovanni Petta und Oberbürgermeister Dieter Henle das Thema Städtepartnerschaft mit der Idee vertreten, aus den freundschaftlichen Beziehungen lebendige Energie und konkrete gegenseitige Unterstützung im Sinne des europäischen Gedankens zu erzeugen. Insgesamt 13 Staaten nahmen an der Konferenz teil, die sich anlässlich der Entwicklungen während der Pandemie mit der Frage beschäftigte, wie die europäische Bevölkerung schwere wirtschaftliche und soziale Krisen solidarisch bewältigen kann.

Die beiden Kommunen nahmen zudem am Wettbewerb „Preis der Präsidenten für deutsch-italienische kommunale Zusammenarbeit" von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella teil. Der Preis soll zur weiteren Vertiefung der vielfältigen bestehenden Kontakte zwischen Menschen und Institutionen beider Länder beitragen und würdigt besonders innovative italienisch-deutsche Partnerschaften und Projekte. 70 Partnerschaften – also 140 Kommunen – reichten Projektvorschläge ein; die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine paritätisch besetzte deutsch-italienische Jury.

Fünf Städtepartnerschaften wurden prämiert: als „größere Kommunen" Hamm (NRW) und Bari für ein Projekt zum Thema Stadterneuerung, Ludwigsburg (BW) und Bergamo für ein Jugend-Demokratie-Projekt. Als „kleinere/mittlere Kommunen" wurden Giengen/Brenz und San Michele di Ganzaria für ein kommunal- und europapolitisches Jugendaustauschprojekt prämiert, Höchberg (BY) und Bastia Umbra für ein Projekt zu gesellschaftlicher Inklusion und Jugend-Engagement, Steinhagen (NRW) und Fivizzano für das Projekt einer gemeinsamen digitalen Bibliothek zum Austausch kulturellen und literarischen Erbes der Gemeinden.

Giengen und San Michele di Ganzaria stellen in ihrem Projekt den Jugendaustausch in den Mittelpunkt. Aktuell besuchen sechs Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 13 Jahren aus San Michele Jugendliche ähnlichen Alters in Giengener Gastfamilien. Gemeinsam erleben sie ein spannendes Freizeitprogramm und (Englisch-)Unterricht in den Klassen. In einem weiteren geplanten Projekt sollen ältere Jugendliche aus San Michele di Ganzaria und Giengen in einer gemeinsamen Aufgabe Perspektiven für ein digitales, umwelterhaltendes Europa erarbeiten. Dabei geht es insbesondere um den besseren Zugang junger Menschen in ländlichen Gebieten, ein Europafest“ soll dieses zweite Treffen als Moment der Vermittlung interkultureller Werte in Europa abschließen. Hintergrund ist neben den freundschaftlichen Verbindungen die Tatsache, dass es in San Michele aufgrund des mit 50 Jahren sehr hohen Altersdurchschnitts weniger  Angebote für junge Menschen gibt.

Mit der Prämierung verbinden sich Mittel in Höhe von 37.840 Euro. OB Dieter Henle kündigte nach der Preisverleihung ein in Kürze stattfindendes Online-Treffen der Komitees beider Städte an: „Sie beraten über die weitere Ausgestaltung des Projekts, auch konkret über den Besuch der älteren Jugendlichen und die Grundzüge des Europafests. Es könnte je nach Verlauf der Pandemie im Mai 2022 stattfinden. Hier legen wir uns allerdings noch nicht fest.“ Zudem sei die Kontaktaufnahme mit den anderen prämierten Städten geplant, so der Oberbürgermeister. „Hier gab es bereits heute erste Kontakte: Wir Kommunen bauen Europa!“

Die Preisverleihung am 12. Oktober in der Botschaft der Italienischen Republik in Berlin stand im Mittelpunkt eines zweitägigen Besuchs von Staatspräsident Sergio Mattarella. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lobte die Initiativen der Kommunen: „In den Städtepartnerschaften werden die enge deutsch-italienische Freundschaft und der Zusammenhalt in Europa gelebt. Dafür bin ich – gerade in schwierigen Zeiten wie in der Pandemie – sehr dankbar. Wir brauchen auch in Zukunft unsere Städtepartnerschaften und am besten noch mehr davon!" Auch Staatspräsident Sergio Mattarella hob den Stellenwert hervor: „Wir legen großen Wert auf dieses Geflecht der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen unseren Kommunen, das die Bürgerinnen und Bürger dieser Kommunen miteinbezieht und damit einen bedeutenden Teil des sozialen Gefüges unserer beiden Länder darstellt."

Oberbürgermeister Dieter Henle und Dott. Giovanni Petta freuten sich über den wichtigen und schönen Meilenstein: „Die Beteiligung der Jugendlichen in unseren Städtepartnerschaften sind uns eine Herzensangelegenheit“, so Henle. „Durch den gezielten Aufbau von Freundschaften unter jungen Menschen unserer beiden Städte möchten wir Signale setzen!“ Petta ergänzte: „Indem die Jugendlichen sich austauschen, einander besuchen und bei den Stadtfesten hier und dort gemeinsame Aktionen veranstalten, mit denen sie wieder junge Menschen vor Ort ansprechen, tragen sie die Städtepartnerschaft mit und weiter. Auf diese Weise kann die Basis wachsen – und damit die gemeinsame Zukunft!“


(v. l.): Simone Henle und Oberbürgermeister Dieter Henle, Dott. Gianluca Petta mit Ehefrau Marisa Puglisi nahmen den Preis der Staatspräsidenten stolz für ihre Kommunen entgegen.