News

Strategiepapier zur Verbesserung der Arbeitsmarktzahlen verabschiedet


Am 21. Mai war OB Dieter Henle zu Besuch im Jobcenter Heidenheim. Wie bei der Weihnachtspressekonferenz angekündigt, berieten OB Dieter Henle, Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aalen, Albert Köble, Geschäftsführer des Jobcenters und Martin Mayer, Bereichsleiter Agentur für Arbeit Aalen über die Arbeitsmarktsituation in Giengen. Gemeinsam entwickelten sie ein Strategiepapier, das in den kommenden 18 Monaten erste Erfolge bringen soll. Geplant sind eine gezielte Beratung von Handwerksbetrieben sowie die Beratung und passende Qualifizierung von Arbeitskräften.
 
Zunächst stellte Elmar Zillert die aktuellen Arbeitsmarktzahlen für Giengen vor: 7.616 sozialversichert Beschäftigte am Arbeitsort Giengen (- 0,5 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich) stehen 8.219 Einwohner/innen in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gegenüber: Es gibt also eine vergleichsweise hohe Zahl an Auspendlern. „Ziel muss es sein, mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer/innen für Giengen zu gewinnen“, betonte OB Dieter Henle. Im Hinblick darauf unterstrich Elmar Zillert, dass eine professionelle Wirtschaftsförderung und die Ausweisung eines Gewerbegebiets an der Autobahn der richtige Weg für Giengen seien. „Das gilt vor allem beim Blick auf die weiteren Arbeitsmarktzahlen“, bekräftigte der Arbeitsmarktspezialist. Neben der hohen Zahl an Auspendlern biete Giengen im Landkreisschnitt zu wenige Arbeitsplätze für Frauen, v. a. in Teilzeit. Zwar sei die Arbeitslosigkeit insgesamt um 2 % gesunken, der Wert läge allerdings unter dem Landkreisschnitt (- 12,6 %). „Ähnlich verhält es sich mit der Langzeitarbeitslosigkeit: Zwar ist die erreichte Senkung um 16,8 % in Giengen sehr erfreulich, im Landkreis liegt der Wert jedoch bei minus 27,2 %.“
 
Auffallend ist auch die hohe der Zahl der Beschäftigten, die über keinen beruflichen Abschluss verfügen. Mit 18,2 % liegt die Zahl deutlich über dem Landesdurchschnitt (14,5 %) und dem Durchschnitt des Landkreises Heidenheim (15,1 %). Besonders im verarbeitenden Gewerbe sind viele An- und Ungelernte beschäftigt. Bei den Arbeitslosen von Giengen liegt die Zahl der Personen ohne einen beruflichen Abschluss bei 55 %. Im Bereich der Grundsicherung geht die Zahl hoch bis auf knapp 80 %. Gleichzeitig wird sich auch in Giengen der spürbare Fachkräftemangel durch die Demografie verstärken. „Wir müssen die Herausforderungen des Strukturwandels in puncto Digitalisierung, Qualifizierung und Mobilität annehmen“, resümierte der Oberbürgermeister vor diesem Hintergrund.
 
Ein Augenmerk, waren sich die Gesprächspartner einig, muss auf die Jugendarbeitslosigkeit gelegt werden. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist im Jahresvergleich deutlich angestiegen. Hier wird derzeit eine genaue Analyse erstellt. Es darf in der guten Marktsituation kein Jugendlicher auf dem Weg ins Berufsleben verloren gehen.
 
Der Strategiekatalog der Stadt Giengen mit der Bundesagentur für Arbeit Aalen und dem Jobcenter enthält für 2019 zunächst folgende Maßnahmen: In einer Infoveranstaltung möchte man Giengener Arbeitgeber für Qualifizierungsmaßnahmen mit hohen Förderquoten gewinnen (Stichwort Qualifizierungschancengesetz). Mit einem breiten Angebot an Qualifizierungsmaßnahmen mit dem Schwerpunkt auf einen Berufsabschluss, sowohl für Beschäftigte als auch für Arbeitslose, soll dieser Personenkreis für den Arbeitsmarkt der Zukunft fit gemacht werden. Hierfür bietet die Agentur für Arbeit und das Jobcenter ein breites Förderangebot.
 
„Daneben wird ein Maßnahmenpaket zur sozialen Teilhabe (§16e / 16i SGB II) von Langzeitarbeitslosen erarbeitet. Ein Schwerpunkt liegt dabei u. a. im verarbeitenden Gewerbe.
Bei Einstellung dieses Personenkreises lassen sich erhebliche Lohnkostenzuschüsse realisieren“, so Albert Köble.
 
Ein ergänzendes Paket nach § 16h SGB II wendet sich insbesondere an junge Arbeitslose und soll 2020 mit Anschubfinanzierung des Jobcenters in Giengen starten. Auch ein weiteres Speed-Dating soll es geben. „Hier hat Giengen einen Volltreffer gelandet“, so Elmar Zillert. In 2020 wollen die Beteiligten die Erfolge prüfen.
 
OB Henle im Jobcenter Heidenheim
(v. l. n. r.): Runder Tisch mit zielführenden Ergebnissen: Albert Köble, (Geschäftsführer des Jobcenters Heidenheim), Oberbürgermeister Dieter Henle (Stadt Giengen), Elmar Zillert (Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Aalen), Martin Mayer (Bereichsleiter Agentur für Arbeit, Aalen).
Foto: Jobcenter