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Atemberaubender Konzertabend mit Alexander Krichel


„Ich musste mich an meinem Stuhl festhalten, so hat mich das erfasst ...“ beschrieb eine Konzertbesucherin ihren Eindruck vom Klavierkonzert am Freitagabend in Giengen. Sie brachte es auf den Punkt: Was Alexander Krichel, international renommierter Pianist aus Hamburg, im Blauen Saal der Walter-Schmid-Halle bot, war atemberaubend. OB Dieter Henle hatte das Publikum bereits auf die Intensität eingestimmt: „Wo Alexander Krichel auftritt, ist sein Publikum berührt und begeistert; mit seiner Liebe zum Moment macht er Kompositionen auf besondere Weise erlebbar ... Virtuosität und präsentes Pianissimo finden Raum, intensive Gefühle und ungeheure Kraft!“

Und so begann der Konzertabend traumwandlerisch mit Chopins 1835 entstandenen Nocturne Nr. 2 op. 27 – Robert Schumann hatte sie als „das Herzinnigste und Verklärteste, was nur in der Musik erdacht werden könne“ bezeichnet. Es folgte die Ballade Nr. 2 op. 38: die Vertonung eines Gedichts, in dem Mädchen in einer versunkenen Stadt in Seerosen verwandelt werden, um einfallenden Soldaten zu entgehen: Ruhiges Wiegen der Seerosen auf dem Wasser und dramatische Passagen lösen einander ab. Dramatisch und gleichzeitig getragen schloss sich Chopins 2. Sonate an: „Dass sie nicht gut ausgehen kann, zeigen schon die ersten vier Takte“, kündigte der Pianist an, der durch wohldosiertes Moderieren den Zugang zu den Werken erleichterte. Die zweite Konzerthälfte gehörte dann den sechs „Moments Musicaux“ von Sergej Rachmaninoff – der Komponist prägt den Künstler seit vielen Jahren. In der Kurzfassung, so Krichel, „könnte man sie als langsam, schnell, langsam, schnell, langsam, schnell bezeichnen.“ Damit allerdings war es nicht getan: Als er am Ende dieser musikalischen Momente vom Flügel aufsteht, ist er sichtlich erschöpft – das Publikum applaudiert stürmisch und erhebt sich von den Plätzen. Als Zugabe erklingt danach Rachmaninoffs letztes Prélude.

OB Dieter Henle hatte sich schon vorab bei den Sponsoren bedankt, die Kulturereignisse wie dieses ermöglichten, auch wenn die Ticketerlöse längst nicht kostendeckend seien: bei der Stefan-Doraszelski-Stiftung, bei der Bauunternehmung Adldinger und der Noerpel Gruppe, bei den Stadtwerken Giengen und der Volksbank Brenztal. Sein Dank ging auch an das Team des Kulturamts, Frau Deißler und Herrn Salemi, unterstützt durch Frau Gerschewski und Herrn Scharpf. Und er dankte Alexander Krichel, der nach Konzerten unter anderem in Hamburg, Berlin, München, einer Konzertreise nach Chile und Meisterkursen in Ulm nach Giengen gekommen war: „Lieber Herr Krichel, ich freue mich sehr, dass Sie heute zum zweiten Mal bei uns sind!“ Am Ende des Abends dann waren sich beide einig: „Das machen wir mal wieder!“

 Nach einem faszinierenden Abend: Sponsoren Stefan Doraszelski und Heidi Jooß-Doraszelski, Alexander Krichel, Simone und OB Dieter Henle