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Umstrittene Straßennamen in Burgberg bleiben


In seiner Sitzung am 22. Februar stimmte der Giengener Gemeinderat mit 16 Ja-Stimmen, einer Ablehnung und sieben Enthaltungen für die Beibehaltung der Straßennamen Möldersweg, Rommelstraße und Udetweg in Burgberg. Ergänzende Informationen bzw. eine künstlerische Aufarbeitung sollen über die mittlerweile umstrittene Rolle der Namensträger im Dritten Reich, aber auch über die damaligen Gründe für die Namensvergabe informieren.

Die Kommune ermöglicht so die aus mehreren Gründen erwünschte Beibehaltung der Straßennamen trotz der –  aus heutiger Sicht –  auch kritischen Betrachtung des Wirkens der Namensträger während der Nazizeit. „Die Gemeinderatsentscheidung vor 50 Jahren, am Stettberg in einem ganzen Quartier zum damaligen Zeitpunkt als Widerständler gegen den Nationalsozialismus angesehene Personen durch Straßennamen zu ehren, bleibt damit unangetastet. Im ländlichen Raum war das ganz sicher keine Selbstverständlichkeit – die Gemeinderäte damals bewiesen Courage“, kommentierte OB Dieter Henle. „Die Entscheidung für die zur Diskussion stehenden Straßennamen war seinerzeit nicht falsch, sie wird lediglich durch neuere Forschungsergebnisse infrage gestellt.“

Vorausgegangen waren vielfältige Briefwechsel, öffentliche Diskussionen und eine Anliegerversammlung in Anwesenheit von renommierten Historikern am 04.10.2023. Thema damals waren die geschichtliche Einordnung der Personen aus heutiger Sicht sowie eine Orientierung bezüglich der Handlungsalternativen und deren Bewertung. Das Stimmungsbild in dieser Veranstaltung war eine Grundlage für die Beratung im Gemeinderat.

Nach längerer Beratung fiel dort der oben genannte Beschluss: Informationen, z. B. mit QR-Code, bzw. eine künstlerische Aufarbeitung des Themas sollen die Hochachtung vor dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus und der damaligen Gemeinderatsentscheidung ebenso wie die heutige Sichtweise dokumentieren. „Zu den Argumenten für die Beibehaltung der Straßennamen zählte auch, dass die Auseinandersetzung mit allen Facetten der Geschichte wesentlicher Bestandteil für heutige und spätere Generationen bleiben muss. Straßennamen einfach nur zu tilgen, wird diesem Bedürfnis nicht gerecht“, kommentierte der Oberbürgermeister. Gemeinsam mit Künstlern, wie z. B. Rainer Jooß, erarbeitet die Verwaltung nun einen Gestaltungsvorschlag, über den das Gremium abstimmen wird.

Plan zu Straßen in Burgberg