Für weitere vier Jahre Fairtrade-Stadt


Fairer Handel: erfolgreiche Rezertifizierung zwei Jahre nach der Verleihung des Siegels

 Die Stadt darf sich weitere vier Jahre Fairtrade-Stadt nennen und unterstützt damit den fairen Handel von Lebensmitteln. Zwei Jahre nach der erstmaligen Verleihung des Siegels erfolgte jetzt erfolgreich die Rezertifizierung.
Im gemeinsamen Gespräch mit Vertretern der Steuerungsgruppe erinnerte Oberbürgermeister Gerrit Elser daran, dass der Gemeinderat im Mai 2012 den Grundsatzbeschluss fasste, Fairtrade-Stadt werden zu wollen, und dass dann bereits im April 2013 die Zertifizierungsfeier unter großer Beteiligung der Bürgerschaft in der Schranne stattfinden konnte. Seiner Ansicht nach hat der Fairtrade-Gedanke in der Stadt Platz gefunden und sich positioniert. "Ich stelle fest, dass es wahrgenommen wird", sagte er. Es sei gelungen, einen globalen Gedanken ins Lokale einfließen zu lassen. Giengen befinde sich hiermit auf dem richtigen Weg, was sich auch daran zeige, dass unterdessen viele Städte dazu gekommen seien.

Die Vorbereitungen für die Rezertifizierung seien erfolgreich erfolgt, alle fünf Kriterien seien weiterhin erfüllt. Ein breiter gesellschaftlicher Konsens sei festzustellen, was auch die Mitwirkung von Kirchen, Vereinen, Schulen oder Gastronomie widerspiegle. Es sei zu hoffen, dass der hinter Fairtrade steckende Gedanke - auch angesichts der aktuellen Flüchtlingsthematik und den Veränderungen auf der Welt - den ein oder anderen erreiche. Er jedenfalls freue sich über die Rezertifizierung. "Eine tolle Sache", so Elser, und auch eine Werbung für die Stadt. Man wünsche sich dies zwar nicht als Alleinstellungsmerkmal - schließlich sei es ja der Wunsch, dass möglichst viele Städte und Gemeinden mit dabei sind und Fairtrade-Gedanken unterstützen.

Auch seitens der Steuerungsgruppe glaubt man, dass die Fairtrade-Thematik mittlerweile präsenter in Stadt und Gesellschaft ist. Seitens der Gruppe, so Sprecherin Elisabeth Steffel, habe man dies speziell in Giengen auch durch regelmäßige kleinere und auch große Aktionen gefördert - Informationsstände in der Marktstraße, ein fairer Cocktailabend fand ebenso statt wie ein faires Abendessen. Dass das Siegel jetzt nach zwei Jahren erneut abgefragt wurde, wird innerhalb der Gruppe sogar als sinnvoll angesehen, weil dies eine erneute Vergewisserung und eine Selbstprüfung bedeute. Weitere Aktionen sind bereits in Planung: Veranstaltungen in den Sommerferien an der Bühlschule im Rahmen des Ferienprogramms und am 27. September im Heilig-Geist-Zentrum mit einem fairen Frühstück sind bereits festgelegt worden.

Zur Erinnerung: 1992 startete der in Köln ansässige Verein Transfair seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch den fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Idee griff um sich: Als in der Schranne vor zwei Jahren das Siegel verliehen wurde, war Giengen in Deutschland die 144. Fairtrade-Stadt. Unterdessen sind es 318. Im Landkreis trägt außer Giengen noch die Kreisstadt Heidenheim diesen Titel.