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Neujahrsempfang in der Walter-Schmid-Halle

Festlicher Abend in neuem Gewand

Wer am vergangenen Sonntag, 21. Januar, um 16.30 Uhr nahe der Walter-Schmid-Halle in Giengen unterwegs war, konnte die Menschen in Richtung Eingang strömen sehen. Die Stadt hatte zum ersten Neujahrsempfang in der Amtszeit des neuen Oberbürgermeisters Dieter Henle geladen – und die Halle füllte sich bis auf den letzten Platz. Zunächst gab’s Musik: Mit klarer Stimme und sauberer Intonation gab der Jugendchor „velvet voices“ der Städtischen Musikschule unter der Leitung von Christian Zenker ein eindrucksvolles Beispiel aus seinem Repertoire. Großer Beifall.  

Danach hieß der OB seine Gäste in der Neujahrsansprache herzlich zum Neujahrsempfang 2018 willkommen: „Als Bürgerinnen und Bürger Giengens stehen Sie im Mittelpunkt dieser Veranstaltung - und insbesondere die Menschen, die ich heute in Ihrem Namen ehren darf!“ Auch zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens waren gekommen – neben dem versammelten Gemeinderat der Stadt zählten dazu u. a. MdB Roderich Kiesewetter, MdL Martin Grath und MdL Dr. Heiner Merz, Landrat Thomas Reinhardt, die Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwürttemberg Michaela Eberle, die Geschäftsführer der Bundesagentur für Arbeit in Aalen Elmar Zillert sowie der AOK Ostwürttemberg Josef Bühler, Norbert Bereska als Vorsitzender Bürgermeister im Landkreis Heidenheim, Vorstände von Sparkasse und Volksbank, Vertreter von Kirchen, Schulen, Vereinen. Ein besonderes „Grüß Gott“ Dieter Henles galt Bürgermeister Dieter Weinlich aus der Partnerstadt Zeulenrda-Triebes in Thüringen, der den langen Weg „trotz des widrigen Wetters“ auf sich genommen hatte.

Anschließend blickte der neue Oberbürgermeister auf seine ersten fast 100 (genau 98) Tage im Amt zurück, nicht ohne zunächst auf das für die Stadt bedeutende und viele Bürger mit einigem Engagement verbundene Wahljahr zu verweisen. Er hoffe, so äußerte Henle, die Bürger seien der Meinung, „dass die Entscheidung richtig für Giengen war, oder zumindest, dass die Wahl so schlecht nicht gelaufen ist.“ In diesem Zusammenhang dankte er dem Gemeinderat ebenso wie dem Kollegium im Rathaus für ihr bereitwilliges Einsteigen in seine mit teils hohem Tempo einhergehende Arbeitsweise und kam dann direkt zu den ersten Ergebnissen in Sachen Fünf-Sterne-Programm: „Diese Sterne waren kein Wahlgag, sondern sind mein purer Ernst!“

Im Blick auf Stern 1, die attraktive Wohn- und Arbeitsstadt, vermeldete er, dass die Entscheidung für einen Wirtschaftsförderer so gut wie gefallen sei: „Ich freue mich darauf, Ihnen die Kollegin bzw. den Kollegen schon bald zu präsentieren!“ Als Leuchtturmprojekte nannte er zudem das Gebiet Sundgaustraße inklusive Fußverbindung von der Südstadt ins Zentrum, neues Bauen u. a. in Burgberg und auf dem Bruckersberg, nachhaltiges Arbeiten für das geplante Medizinische Versorgungszentrum mit aktuell 16 am Projekt interessierten Ärzten und aktiver Unterstützung durch die AOK sowie zählbare Fortschritte beim schnellen Internet. Henle lobte an dieser Stelle auch die Zusage der Wirtschaft, aktiv an der Entwicklung des Standorts Giengen mitzuwirken. Unter Stern 2, dem „Stern für alle Generationen“ fasste er die insgesamt positive Situation im Blick auf Kindergärten und Schulen zusammen und nannte insbesondere den Neubau des Kindergartens Lederstraße mit einem Investitionsvolumen von knapp 4 Mio. Euro. Zur Sprache kamen Freizeitprojekte wie „Schlau und couragiert“, das geplante Beachvolleyballfeld in Hohenmemmingen, aber auch der neue Brenzuferweg mit Sinnesgarten, der Giengen „wirklich wieder zu Giengen AN DER BRENZ großgeschrieben“ mache, die „auf vollen Touren laufende“ Planung des Dorfgemeinschaftshauses Sachsenhausen und ein neues Projekt, das sich im Oktober 2017 aus einer Podiumsdiskussion im Heilig-Geist-Zentrum ergeben hatte: eine Bedarfserhebung zum Thema „Bevorzugtes Leben im Alter“. Hier möchte die Stadt noch 2018 wissen, wie sie den Vorlieben der Bürger im Blick auf Wohnformen, Nahversorgung, Mobilität, Unterstützungsformen, Teilhabe an Kulturveranstaltungen etc. gerecht werden kann.
Zentrales Thema bezüglich Stern 3 – die nachhaltige Innenstadtentwicklung – war der neue Rathausplatz. Hier verwies der OB auf die Ausstellung der Varianten in der Schranne ab 24. Januar bis einschließlich 2. Februar 2018 und forderte die Bürgerinnen und Bürger zu aktiver Teilhabe auf: „Gehen Sie hin, informieren Sie sich und nennen Sie uns Ihren Favoriten! So können wir ein Stimmungsbild in der Bevölkerung ableiten – eine gute Grundlage für die Entscheidung des Gemeinderats im Frühjahr.“ Er nannte zudem weitere Baumaßnahmen und sagte in puncto Sauberkeit und Sicherheit in der Innenstadt verstärkte Aktivitäten der Stadt zu. „Gleichzeitig gilt natürlich: Wo kein Schmutz gemacht wird, muss nicht aufgeräumt werden ... Da sind wir also alle gefordert!“ Unter Stern 4 „Aktive Bürgergesellschaft und Integration“ lieferte Henle einen Überblick über zahlreiche Veranstaltungen im Jahresverlauf und nannte dabei neben den bekannten Reihen „Kultur an der Mauer“ und „Halb 8 – In Giengen spielt die Musik“ das 3. Giengener Gitarrenfestival von 26. bis 28. Januar mit Jule Malischke, die Giengener Kulturnacht am 14. April, „Helge & das Udo“ am 4. Mai sowie CASH-N-GO am 23. November. Er verwies aber auch auf die große Vielfalt Giengener Künstlerinnen und Künstler mit insgesamt 70 Veranstaltungen und lud ein, die Künstler privat bzw. für Firmenevents zu engagieren. Die Stadt wolle sowohl Veranstaltungen (u. a. die Seniorenfeier mit neuem Konzept) als auch Vereine mit hohem finanziellem Einsatz unterstützen, denn: „Vereine zählen zum Mittelpunkt des öffentlichen Lebens.“ Zur noch besseren Integration Geflüchteter werde der „Treffpunkt Integration“ zu einem Integrationszentrum umgestaltet, vom Land bezahlte Integrationsmanager sollen Fortschritte im Blick auf die Einzelfallhilfe, aber auch die Koordination sonstiger Hilfsangebote bringen.

Auch in puncto „Solide Finanzwirtschaft und Infrastruktur“ unter Stern 5 gebe es zahlreiche Fortschritte, so OB Dieter Henle. Er nannte u. a. die Planungen zum Industriepark A7 und zur Stadtrandstraße, die weit fortgeschrittene Ausrüstung der städtischen Beleuchtung mit LED-Technik, wo entsprechende Energieeinsparungen von 78 % zu verzeichnen seien, Investitionen in Feuerwehr und Kläranlage. Eine geplante Infrastrukturgesellschaft solle ebenfalls Effizienz- und Kostenvorteile bringen. Für mehr Sicherheit und Lärmschutz seien zudem die Geschwindigkeitsmessanlagen zu überprüfen, warb der OB um Verständnis für eine bei der Bürgerschaft nicht ganz so populäre Maßnahme und gab das Motto aus: „Wer sich an die Regeln hält, ist fein heraus!“ Gleichzeitig kündigte er durch hohe Investitionen in die digitale Verwaltung weniger Geschwindigkeitsbegrenzung in Verwaltungsfragen an.

Zum Schluss hob Dieter Henle ein ihm besonders wichtiges Thema aus Stern 4 nochmals hervor: die aktive Bürgergesellschaft. Hier betonte er die weitreichende Unterstützung der Stadt, rief aber zu Verantwortung des Einzelnen für die Gemeinschaft und zum aktiven Dabeisein auf: „Wir können es nicht ohne Ihre Hilfe. Denn was ist ein OB, was ist eine Verwaltung, ein Gemeinderat ohne seine Bürger? Ganz sicher keine aktive Gesellschaft...“ Es gehe, so der OB, um das Mitwirken in Projekten, das Engagement in Vereinen, das Einkaufen in den Geschäften, Besuchen örtlicher Lokale und Veranstaltungen. „Stellen Sie sich immer vor, Sie selbst hätten geprobt, Zeit investiert, Vorbereitungen getroffen. Dann fällt die Entscheidung gleich viel leichter!“ Gleichzeitig sagte er die Mithilfe der Stadt bei eigenen Initiativen zu – etwa der Gründung eines Ladens oder einer Interessengemeinschaft – und forderte auf, sich diesbezüglich im Rathaus zu melden. Und er verwies auf die geplanten Bürgerdialoge: der erste Termin findet am 13. März 2018 um 19 Uhr im Rössle in Hohenmemmingen statt. Mit seiner Einladung zu gemeinsamen Gesprächen bei einem Glas Sekt und kleinen Köstlichkeiten am Ende der Veranstaltung schloss der Oberbürgermeister die Ansprache ab.

Es folgten die Ehrungen, die in Folge in einem eigenen Bericht dargestellt werden. Hier gefiel die neue Form: Für jede Person, die mit einer silbernen bzw. goldenen Ehrennadel ausgezeichnet wurde, gab es ein Video mit Kommentaren von Wegbegleitern, aber auch der geehrten Person selbst zum jeweiligen Thema. Diese sehr kurzweilige und informative Präsentation fand großen Anklang. Eine Darbietung des Schlagzeugensembles der Städtischen Musikschule unter der Leitung von Frederic Marquardt brachte zusätzliche Abwechslung zwischendurch: Die vier jungen Leute zeigten zunächst mit, danach ohne Instrumente, wie präzise sie Rhythmen beherrschen: mit begeisterndem Ergebnis. Das Ende des offiziellen Teils bildete ein gemischter Chor der besonderen Art: Mann-oh-Mann, der gemischte Chor ohne Frauen unter der Leitung von Ulrich Meier, stimmte sehr gekonnt und humorvoll – u. a. mit der „Diplomatenjagd“ von Reinhard Mey –auf das anschließende gesellige Beisammensein ein. Auch hier war der Beifall entsprechend groß. Danach ließen sich die Gäste nicht lange bitten und blieben noch lange, um sich zu unterhalten, über die ersten 100 Tage und viele andere Themen auszutauschen. Erst um 22:15 Uhr wurde nach einer durchweg gelungenen Veranstaltung das Licht in der Walter-Schmid-Halle gelöscht.

OB Henle beim Neujahrsempfang 2018