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Ehrungen beim Neujahrsempfang

Erneut engagierte Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet.

Oberbürgermeister Dieter Henle hat am 21. Januar beim jährlichen Neujahrsempfang in der Walter-Schmid-Halle Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwesen in Giengen engagieren oder engagiert haben.
 
„Was wäre unsere Gesellschaft ohne Menschen wie Sie“, meinte der OB mit Blick auf die neun Frauen und Männer, die in diesem Jahr für ihr bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet wurden. „Sie sind das Rückgrat einer Gesellschaft, die bisweilen zu eher geringerem Zusammenhalt tendiert. Wobei wir in Giengen ja auf dem besten Weg zu mehr Gemeinschaft sind ...“  
 
Zunächst galt die Aufmerksamkeit zwei Männern, die für ihre 25-jährige, verantwortungsvolle Aktivität bei der Freiwilligen Feuerwehr Giengen ausgezeichnet wurden. Der erste Geehrte, Löschmeister Stephan Ostertag von der Einsatzabteilung Burgberg, hat in dieser Zeit u. a. sämtliche Feuerwehrlehrgänge als auch den Gruppenführerlehrgang erfolgreich absolviert und zudem das Leistungsabzeichen Baden-Württemberg in Bronze abgelegt. Darüber hinaus beruflich in Feuerwehrwesen und Brandschutz aktiv, ist seine Mitarbeit zudem im Sachgebiet „Technik“ besonders geschätzt. Stephan Ostertag verstärkt den Einsatzdienst seit mehreren Jahren insbesondere in den Nachtstunden. In gleicher Weise geehrt wurde Hauptfeuerwehrmann Christian Wenzlaw von der Einsatzabteilung Sachsenhausen. Er besuchte ebenfalls mehrere Lehrgänge auf Landkreisebene, war lange Zeit Schriftführer und ist seit vielen Jahren Kassenprüfer seiner Abteilung. Zudem ist der äußerst verantwortungsvolle, zuverlässige Feuerwehrmann Ansprechpartner für vielerlei gesellige Veranstaltungen in Sachsenhausen. „Unser Dank gilt“, so OB Henle, „ganz ausdrücklich auch den Familien der Feuerwehrleute und den Unternehmen, in denen sie arbeiten. Immer wieder auf sie verzichten zu müssen bzw. sie für Einsätze freizustellen zeugt ebenfalls von bürgerschaftlichem Verantwortungsbewusstsein.“
 
Danach vergab der Oberbürgermeister zwei Dankesbriefe. Ausgezeichnet wurde Dr. Ute Frommeyer, die sich seit ihrer Übernahme der Tierarztpraxis in Giengen nicht nur um die Tiere kümmert, die mit ihren Besitzern zu ihr kommen. „Aus gelebter Tierliebe und kostenfrei betreut Frau Dr. Frommeyer auch herrenlose Katzen oder nimmt Igel auf, die keinen Platz zum Überwintern haben. Ebenso bietet sie verletzten Wildvögeln vorübergehend Hilfe und Schutz.“ Den zweiten Dankesbrief erhielt Parishan Kalesh. Die junge Mutter kam mit ihrer Familie 2014 aus Syrien nach Giengen. „Schon nach kurzer Zeit begannen Sie, hilfsbedürftige Personen mit ähnlichem Schicksal zu unterstützen“, so der OB. „Sie dolmetschen bei wichtigen Gesprächen in Behörden, Schulen und Kindergärten oder auch beim Sportverein. Sie helfen bei Gesprächen mit dem Arzt, begleiteten in einem aktuellen Fall einen Jungen bis ins Krankenhaus und sogar zur Operation. Sie leisten, auch zusammen mit ihrem Mann, jegliche Art von Nachbarschaftshilfe – trotz einer Vollzeitstelle im Schichtdienst und dreier schulpflichtiger Kinder. Damit sind Sie nicht nur Vorbild für eine gelungene Integration, sondern ganz allgemein für ein lebendiges und engagiertes Miteinander!“
 
Es folgte die Vergabe der Ehrenamtsnadeln – in diesem Jahr erstmals durch kurze Videoclips begleitet, in denen neben Menschen, die das Engagement der Geehrten kennen und schätzen, auch diese selbst zu Wort kamen. Zunächst gab es drei silberne Ehrenamtsnadeln.
Die erste erhielt mit Dennis Incalcaterra ein Mann, der im Mai vergangenen Jahres durch einen beherzten Sprung in die Brenz das Leben einer jungen Frau gerettet hatte, die dort in suizidaler Absicht hineingesprungen war. Incalcaterra, Wirt des nahegelegenen Gasthauses Posthorn, gelang es anschließend mit Hilfe weiterer Gäste, die am Ufer mitgelaufen waren, das zu diesem Zeitpunkt bewusstlose Mädchen ans Ufer zu ziehen und sie dort bis zum Eintreffen des DRK zu betreuen.
Die zweite Ehrennadel in Silber ging an das Organisationsteam der gerade aktuell zum 11. Mal stattfindenden Vesperkirche. Von Beginn an gehören ihm Doris Müller und Waltraud Hörsch, seit sieben Jahren auch Maria Konold-Pauli an. Die drei Damen orchestrieren ein Mitarbeiterteam von insgesamt an die 130 Personen (etwa 35 Personen pro Tag) über drei Wochen hinweg, ohne das die Vesperkirche nicht möglich wäre. Die Vorbereitungen aber beginnen Monate im Voraus. Über das Motto und die Frage „Wer wird kochen?“ bis hin zur Organisation der Räume muss alles lange vor dem Start abgesprochen und geklärt werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vesperkirchen im Land ist die Giengener Vesperkirche rein ehrenamtlich organisiert: Ohne die drei Damen des Organisationsteams würde es diese schöne Einrichtung in Giengen ganz sicher nicht geben.
Die dritte Ehrung führte vom Winter in den Sommer: genauer gesagt in die ersten drei Wochen der Sommerferien und dort in die Kinderfreizeit der Arbeiterwohlfahrt am Hasenloch. Geehrt wurde Udo Fehrle, der seit etwa 15 Jahren die pädagogische Leitung dieser Veranstaltung innehat. Mit viel Engagement und Fantasie begeistert er jedes Jahr aufs Neue um die 80 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren mit Spielen, Bastelarbeiten, Sport und Theaterstücken, die die Kinder einüben. Aber nicht nur für die Kinder, auch für seine jugendlichen Helfer, die während der Freizeit als Betreuer aktiv sind, hat Udo Fehrle jederzeit ein offenes Ohr und steckt jeden mit seiner Begeisterungsfähigkeit, Ruhe und Gelassenheit an. Udo Fehrle ist daher für viele aktuelle und ehemalige Teilnehmer/innen aus der Ferienfreizeit nicht mehr wegzudenken.
 
Den Höhepunkt der Ehrungen stellte die Vergabe von zwei goldenen Ehrenamtsnadeln dar, die ein ganz besonderes und lange andauerndes Engagement kennzeichnen. Günther Ruoß erhielt diese Auszeichnung für sein etwa 25 Jahre währendes Engagement für die Stadtgeschichte Giengens. Die Wurzeln seines Interesses für dieses Thema reichen noch weiter zurück: bis zu der Zeit, als er im Alter von zwölf Jahren begann, mit einer einfachen Kamera seine ersten Fotos von Giengen zu machen und noch ältere Aufnahmen zu sammeln. Seit 1992 hat er mit diesem Fotoschatz über 90 Diavorträge für über 3.500 Gäste gehalten. Ab 1997 begann er dann, Gästen wie Einheimischen in bislang über 130 Stadtführungen die historischen Spuren in der Stadt nicht nur auf Bildern, sondern vor Ort zu zeigen. An die 3.000 Teilnehmer/innen hat er seither durch seine Heimatstadt Giengen geführt, der er sich, wie er sagt, als Ur-Giengener einfach verpflichtet fühlt.
Insbesondere der Natur in dieser Heimat fühlt sich Helmut Heiser verbunden, der sein großes Engagement seit mehr als 30 Jahren der Giengener Vogelwelt zugutekommen lässt. Auch bei Heiser liegen die Wurzeln seines Interesses bereits in der Kindheit. Ab etwa 1985 begann der Giengener dann, sich darüber Gedanken zu machen, wie er die Vogelwelt in einer für sie immer unwirtlicher werdenden Umwelt unterstützen könnte. Er entwarf und baute erste Nistkästen und hängte sie auf dem Friedhof auf. 30 Stück sind es alleine dort inzwischen geworden und, so rechnet sein Sohn Roland Heiser vor, berücksichtigt man das Brutverhalten der Meisen, sind dort inzwischen wohl mehrere tausend Vögel in diesen Kästen zur Welt gekommen. Aber auch rund ums Hasenloch, an der Brenz, bei der Kaltenburg und natürlich in seinem Privatgarten hängen die Nistkästen von Helmut Heiser, die er natürlich auch regelmäßig reinigt und, wenn nötig, repariert. Für die Zukunft wünscht er sich mehr Menschen, die Platz für einen Vogelkasten in ihrem Garten finden. Dass auch er selbst weitermacht, ist für ihn keine Frage, denn, so sagt er: „Natur ist einfach Natur. Es gibt nichts Schöneres!“ Im Gespräch auf der Bühne konnte OB Henle das Engagement aller Geehrten mit ihnen gemeinsam weiter ausführen. Die Präsentation geriet so lebendig und unterhaltsam. Gleichzeitig gab sie ein gutes Vorbild für zahlreiche Möglichkeiten, sich im Sinne der Gemeinschaft zu engagieren.

Ehrungen Neujahrsempfang 2018