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Collage mit schaukelndem Kind, das auf die Dächer Giengens blickt
 

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Stadtgeschichte

Geschichte der Stadt Giengen

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Alte Post

Die ältesten Hinweise menschlicher Siedlung im Raum Giengen reichen bis in die Altsteinzeit zurück. Die ersten Spuren früher Christianisierung stammen aus einem alemannischen Gräberfeld des 6. Jahrhunderts nach Christus. Aus dem Dunkel der dokumentenlosen Zeit tritt Giengen im 11. Jahrhundert. Im Jahre 1078 fiel der kaisertreue Markgraf Diepold in der Schlacht von Mellrichtstadt. Er hatte sich Giengen als seinen Herrschaftssitz auserkoren. In der Folgezeit war Giengen mehrfach Besuchsziel für den Hochadel des Reiches. So stattete Kaiser Friedrich I. Barbarossa dem Ort in den Jahren 1171, 1187 und 1189 Besuche ab. Es ist davon auszugehen, dass er bei einer dieser Gelegenheiten das Stadt- und Marktrecht verlieh.

Aus dieser Zeit stammt der noch heute sichtbare, auf einem Felsvorsprung über dem Brenztal aufragende Teil der ehemaligen Stadtmauer mit den charakteristischen staufischen Buckelquadern. Bei einem seiner Besuche soll Kaiser Barbarossa Wein aus Giengen kredenzt worden sein. Sein Urteil: "Den habt ihr aber bös verpanscht" soll den Giengenern den Necknamen "Panscher" eingetragen haben. Trotz des seit Beginn des 14. Jahrhunderts nachweisbaren Status' als reichsunmittelbare Stadt hatte Giengen fast hundert Jahre zu kämpfen, bis der unbestrittene Rang einer freien Reichsstadt erreicht war. So ging sie 1332 als Pfandobjekt von Ludwig dem Bayern an dessen Söhne, die ihrerseits die Stadt 1336 an den Grafen Ludwig von Oettingen weitergaben. Von Kaiser Ludwig, der die Pfandschaft ausgelöst hatte, fiel Giengen an die Helfensteiner. 1378 ist wiederum die Oberhohheit des Kaisers bezeugt. Erst 23 Jahre später konnte sich Giengen von den noch verbliebenen Pfandherrschaften aus eigener Kraft endgültig befreien.

Kleine Reichsstadt

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Stadtmauer

Die kleine Reichsstadt nahm einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung. Einen wichtigen Standortvorteil bot die Brenz mit ihren mannigfachen Nutzungsmöglichkeiten für das Handwerk, für die Nahrungsmittelgewinnung und nicht zuletzt als Kraftquelle zahlreicher Mühlen. Die schroffste Zäsur in der Geschichte der Stadt stellte der große Brand im Dreißigjährigen Krieg unmittelbar nach der Schlacht bei Nördlingen 1634 dar. Nur wenige Gebäude überstanden die Katastrophe. Nach dem Wiederaufbau erlangte die Stadt die einstige Blüte nicht mehr, obwohl das Handwerk noch einmal zu einer ansehnlichen Blüte gelangte.

Im Gefolge des Reichsdeputationshauptschlusses und der damit verbundenen Mediatisierung fiel Giengen im Jahre 1802 an Württemberg. Das Zugeständnis des Oberamtssitzes bis 1808 galt als "Ausgleich" für den Statusverlust. Es folgte eine Phase des vorübergehenden wirtschaftlichen Niedergangs mit dem Bedeutungsverlust traditioneller Handwerkszweige. Erst die Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte zu einem neuen wirtschaftlichen Aufschwung: Margarete Steiff legte den Grundstein für eine weltbekannte Spielwarenfabrik. Betriebe zur Herstellung von Filz und Filzprodukten (1858), von Orgelpfeifen (1882), von Feuerlöschgeräten (1891), zur Reißwollverarbeitung (1900), zur Glasveredelung (1903) nahmen ihre Arbeit auf.

Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg brachte einen erneuten Einschnitt in der Geschichte der Stadt. Einwohnerzahl und Bevölkerungsstruktur änderten sich durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen. Neue Betriebe, darunter ein weltbekannter Hausgerätehersteller, siedelten sich im Ort an. Im Rahmen der Verwaltungsreform fielen die bis dahin selbständigen Gemeinden Burgberg, Hohenmemmingen, Hürben und Sachsenhausen 1972 an Giengen. In der Folgezeit expandierte die Stadt weiter. Zur Erhaltung der historischen Bausubstanz sowie der Wohnqualität begann 1978 die schrittweise Sanierung der Innenstadt. Die Umgestaltung der Marktstraße mit Fußgängerzone 1981, die Renovierung und Modernisierung des Rathauses 1985 sowie die Sanierung der Tanzlaube sind augenfällige Ergebnisse dieser Bemühungen. Die Sanierung der südlichen Innenstadt ist noch im Gange.
Die Stadt erfüllte alle Voraussetzungen für die Erreichung des Ranges einer Großen Kreisstadt. Eine der Bedingungen war die Überschreitung der Einwohnerzahl von 20.000, die im Juni 1996 erreicht war. Als Große Kreisstadt erhöht Giengen seine Attraktivität für seine Bürger weiter und stellt damit auch die Weichen für eine hoffnungsvolle Zukunft.

 
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